Nachdem in den Vorwochen bereits jedes Detail der Galaxy-Neuheiten S8 und S8+ durchgesickert war, präsentierte Samsung am 29. März in New York und London seine Flaggschiffmodelle für 2017. Ende April kommen sie in den Handel. 20 Millionen S8 und S8+ will Samsung in der Startphase in die Verkaufskanäle schieben, um den erhofften Nachfrageansturm zu bewältigen.

Hohe Erwartungen

Die Erwartungen an den S8-Verkaufserfolg sind sehr hoch. Für Samsung übernimmt das S8/S8+ gleich eine doppelte Aufgabe. Es ist der Nachfolger für die Modelle S7/S7 Edge und Ersatz für das Galaxy Note 7, das Samsung vom Markt nehmen musste.

Trotz des Erfolgsdrucks haben die Koreaner beim Verkaufspreis kräftig aufgeschlagen. Die Neuen kosten 100 Euro mehr als ihre Vorgänger. Mit 799 Euro für das Galaxy S8 und 899 Euro für das Galaxy S8+ erreicht Samsung fast die Teuer-Dimensionen der Apple iPhones.

Galaxy S8 – Schwachstellen zeichnen sich ab

Seit der Samsung-Präsentation sind bereits jede Menge Schnelltests mit Galaxy-Vorseriengeräten erschienen. Neben vielen positiv aufgenommenen Verbesserungen zeichneten sich bei den Tests auch erste Schwachstellen ab. Die Ausdauer ist ein Beispiel. Sie ist beim S8/S8+ bei vielen Anwendungen geringer als bei den Vorgängermodellen, wie Samsung sogar offiziell einräumt. Außerdem ist der digitale Sprachassistent Bixby beim Verkaufsstart Ende April in Deutschland nur eingeschränkt nutzbar. Für Irritationen sorgte zudem der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite des S8/S8+. Er liegt direkt neben der Kamera. Ein Design-Fauxpas, der Fehlgriffe auf das Kameraobjektiv unweigerlich nach sich zieht. Außerdem fallen die geringen Veränderungen bei der Hauptkamera auf der Rückseite gegenüber den ein Jahr alten Vorgängermodellen auf. Gerade bei den Kameras haben die Smartphone-Hersteller in diesem Jahr ihre neuen Modelle kräftig aufgewertet.  Vor allem der Verzicht auf eine Dual-Kamera überrascht, da diese Technik zwischen von fast allen Herstellern bei ihren Topmodellen eingeführt wurde.

Eine Dual-Kamera fehlt

Der Verzicht heizt aber auch neue Spekulationen an. Verstärkt werden sie durch Fotos von Prototypen, auf denen das Galaxy S8 mit einer Dual-Kamera auf der Rückseite zu sehen ist. Ein separater Fingerscanner ist dort jedoch nicht zu entdecken.

Dies deutet darauf hin, dass bei den Prototypen eine Integration des Scanners ins Display vorgesehen war. Dafür sprechen auch Meldungen, dass Samsung-Lieferant Synaptics einen On-Screen-Fingerabdruckscanner für das S8 entwickelt hat, ihn aber nicht rechtzeitig zum Produktionsstart fertigstellen konnte. Folglich musste Samsung in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium nachträglich einen separaten Fingerabdruck-Scanner einbauen. Die geplante zweite Kamera auf der Rückseite wurde Opfer dieses Last-Minute-Umbaus.

Note 8 mit Dual-Kamera?

Samsung Fans mit Hightech-Ambitionen in Sachen Fotografie müssen folglich auf das nächste Topmodell von Samsung warten. Im Herbst wird Samsung das Galaxy Note 8 ins Rennen gegen die Apple iPhones schicken. Dann kommt aber auch das iPhone-Jubiläumsmodell, das Apple mit besonders vielen innovativen Features ausgestattet will.

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