Mitte Dezember brachte Nintendo einen weiteren Spieleklassiker aufs Mobiltelefon. Super Mario Run gibt es für Smartphones und Tablets. Genau genommen eigentlich nur für iPhones und iPads. Denn ein Deal zwischen Nintendo und Apple hat erst einmal die Android-Modelle von Samsung, Huawei und Co ausgeschlossen.

Super Mario Run – der nächste Klassiker fürs Smartphone

Allein diese Tatsache lässt erkennen, dass Nintendo eine andere Strategie fährt als bei Pokémon Go, das der japanischer Videospiele-Hersteller vor einigen Monaten ebenfalls aus seiner Spielekiste gepackt hatte und für smarte Telefone und Tablets mit iOS und Android-Betriebssystem fit machen ließ.

Super Mario Run 50 Millionen Downloads

Die Downloadzahlen von Super Mario Run scheinen Nintendo recht zu geben. 40 Millionen Downloads in den ersten vier Tagen, meldete Nintendo. In den nachfolgenden drei Tagen kamen weitere 10 Millionen hinzu, ergänzte das Unternehmen an den Weihnachtstagen. Insgesamt also 50 Millionen Downloads in der ersten Woche nach dem Start. Zum Vergleich: Pokémon Go benötigte zwei Wochen, um auf 30 Millionen Downloads zu kommen.

Erfolgszahlen mit Lücken

Das genauere Hinsehen trübt jedoch die Erfolgsmeldung. Es gibt heftige Kritik von Seiten der User. Außerdem ist die Anzahl der Super-Mario-Fans, die sich nicht nur die kostenlosen Demo-Variante des Spiels, sondern gleich die komplette Version herunterladen, vergleichsweise gering. Wer mit dem italienischen Klempner mit dem markanten Schnauzer und der Latzhose mehr als die ersten drei Level unterwegs sein will, muss 9,99 Euro (oder 9,99 US-Dollar) bezahlen. Für viele Smartphone-Spieler ist das zu viel.

Die Marktforscher von Sensor Tower gehen davon aus, dass in den ersten vier Tagen nach dem Start lediglich 2 Millionen User das Spiel in der kostenpflichtigen Komplett-Version heruntergeladen haben. Ein bis zwei Prozent der Super-Mario-Fans entscheiden sich zurzeit für die Vollversion, schätzt auch Apptopia, die Nintendo inzwischen zu einer anderen Preisgestaltung raten.

Kritik der Gamer

Hinzu kommt die Kritik der User. Sie kritisieren den Preis für die Vollversion, die zum Preis für zehn Euro einen sehr überschaubaren Spielumfang bietet. Ein anderer Kritikpunkt ist, dass die Spieler beim Zocken online sein müssen. Das belastet (bei Einsätzen unterwegs) die Datenflatrate. Eine eher mittelmäßige Spielbewertungen (2,5 von 5 Sternen) ist die Folge.

Wenig Akzeptanz der Vollversion

Dass nur so wenige Super-Mario-Fans ein Kaufinteresse habe, hat nach Einschätzung von Marktkennern mit dem Geschäftsmodell von Nintendo zu tun. Bei Super Mario Run müssen die Spieler 9,99 Euro/Dollar bezahlen, wenn sie mehr als drei Level spielen wollen. Andere Smartphone-Spiele erlauben ein deutlich umfangreicheres, kostenloses Gaming. Geld kosten in diesen Spielen meist die angebotenen Gegenständen, mit denen der Spielfortschritt beschleunigt werden kann. Über viele, kleine In-App-Kaufangebote verdienen diese Game-Anbieter Geld.

Wie stehen die Chancen für Super Mario Run?

Wie geht’s weiter? Bereits an Weihnachten hatte der weltweite Hype etwas nachgelassen. Während Super Mario Run am 17. Dezember in 138 Ländern (von 150 Ländern, in denen es gestartet war) ganz oben in den Download-Charts stand, hielt das Spiel am 25. Dezember „nur“ noch in 68 Ländern die Pole-Position. Die Zahl wird weiter sinken.

Ein deutlicher Aufschwung bei den Download-Zahlen ist aber in Sicht. Beim Start der Android-Version von Super Mario Run werden die Downloadzahlen wieder steil nach oben gehen. Wie lange sie oben bleiben, ist jedoch eine andere Frage.

Nicht gerade optimistisch stimmt ein Statement von Nintendo. Kurz vor Weihnachten verriet ein Unternehmens-Sprecher, dass Nintendo zurzeit keine Pläne hat, die Inhalte von Super Mario Run in absehbarer Zeit zu erweitern.

Das verspricht nicht gerade eine lang anhaltende Erfolgsgeschichte von Super Mario im schnelllebigen Markt für Smartphone-Spiele.

Quellen