Am Mittwoch war es offiziell: Der Smartwatch Pionier Pebble ist pleite und schließt für immer die Tore. Pebble stellt ab sofort keine Smartwatches mehr her. Die Zeit von Pebble ist abgelaufen. Nicht mehr produziert werden die aktuellen Modelle sowie die kurz vor ihrem Verkaufsstart stehenden Smartwatches Pebble Time 2 und Pebble Time Round sowie das das mobile Modem Core. Produkte, für die in den letzten Monaten per Kickstarter-Kampagne Geld gesammelt wurde.

Fitbit übernimmt und schlachtet aus

Der Fitnessarmband-Hersteller Fitbit übernimmt den Smartwatch-Pionier. Jedoch wird Fitbit das Unternehmen Pebble filettieren. Die Nr.1 in Sachen Fitnessarmbänder ist nur an der Software und den Entwicklern von Pebble interessiert ist. Der Rest steht vor dem Aus.

Pebble – die etwas andere Smartwatch

Dabei waren die Smartwatches von Pebble immer etwas anders als die übrigen smarten Uhren auf dem Markt. Statt Touchscreen-Farbdisplay ein E-Ink-Display. Statt Technik satt  vergleichsweise einfache Prozessoren und Speicher plus ausgelagerte Apps, um den Speicherverbrauch zu reduzieren. Dafür hatten Pebble-Uhren wie die aktuellen Modelle Pebble Time und die Pebble Time Steel eine deutlich längere Einsatzzeiten als die Konkurrenzmodelle von Apple, Motorola, Samsung und Co.

Finanzierung über Kickstarter-Crowdfunding

Die Geschichte von Pebble begann im April 2012 als das Projekt auf der Finanzierungplattform Kickstarter vorgestellt wurden. Über das Crowdfunding-Portal wurden die Entwicklungs- und Produktionskosten eingesammelt. Die ursprünglich geplante Produktionsmenge musste aufgrund der vielen Interessenten deutlich nach oben korrigiert werden. Anfang 2013 begann die Auslieferung der ersten Pebble-Uhren.

Auch 2016 gab es erneut Sammelaktionen bei interessierten Kunden. Die Neuheiten Pebble Time 2 und Time Round sowie das mobile Modem Core wurden so vorfinanziert und sollten in den nächsten Wochen ausgeliefert werden. Doch das ist Vergangenheit.

Krise zeichnete sich schon länger ab

Das Aus von Pebble zeichnete sich jedoch bereits seit Monaten ab. Finanzierung per Kickstarter-Kampagnen, vergleichsweise geringe Kundenzahlen und die Konkurrenz von Apple, Samsung und Co waren keine guten Voraussetzungen um am langsam wachsenden Smartwatch-Markt bestehen zu können – zwischen Big-Playern wie Apple und Samsung.

Auswirkungen für Pebble-Besitzer

Für die Pebble-Kunden hat das Aus des Smartwatch-Pioniers erhebliche Folgen. Der Support für die verkauften Uhren ist in der Zukunft mehr als unklar. Die Garantie und das Rückgaberecht für die Smartwatch erlischt. Software-Updates wird es in künftig kaum, neue Funktionen durch Updates vermutlich gar nicht mehr geben. Schwerwiegende Folgen für ein Software-abhängiges Produkt wie eine Smartwatch sind zu erwarten. Außerdem werden der Pebble App-Store und die cloudbasierten Dienste wie etwa der Diktierfunktion irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Folge: In absehbarer Zukunft werden alle Pebble-Uhren immer weniger Funktionen bieten.

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