Google hat seine wichtigsten Neuheiten für 2016 ausgepackt. Vorgestellt wurden die Smartphones Pixel und Pixel XL, die VR-Brille Daydream View, der smarte Lautsprecher Google Home und mehr. Bei genauer Betrachtung sind die beiden Smartphones jedoch die zentralen Neuheiten.

Google-Phone Made by Google

Mit dem Pixel und Pixel XL geht Google neue Wege. Es sind die ersten Phones „Made by Google“. Von der Ausstattung bis zum Design hat Google alles vorgegeben. Pixel-Produzent HTC war nur noch Auftragsfertiger. Ähnlich wie Foxconn für Apple und ganz anders als bei den Google-Smartphones der Nexus-Serie. Auch die Positionierung der Phones als Highend-Modelle mit Highend-Features und Highend-Preis bricht mit der Vergangenheit. Eine Veränderung, die sich ebenso im Namenswechsel von Nexus zu Pixel artikuliert.

Google macht Pixel zum Teuer-Phone

Auch die Preispolitik hat sich geändert: Google verkauft die Pixel-Modelle in Deutschland  zum gleichen Preis wie Apple das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus. Zusammen mit den Apple-Modellen sind sie die teuersten Smartphones in Deutschland. Das klingt auch nach einer Kampfansage an Apple, obwohl Apple in einer ganz anderen Liga als Google spielt – was die Verkaufsprognosen betrifft. Apple wird in diesem Jahr schätzungsweise 20 Mal so viele iPhone 7 und 7 Plus weltweit verkaufen wie Google. Bestenfalls 3 bis 4 Millionen Pixel und Pixel XL stehen etwa 70 bis 75 Millionen iPhone 7 und 7 Plus gegenüber.

Android 7.1 unterscheidet Pixel-Phones von Android-Geräten

Gleichzeitig mit den Pixel-Phones präsentierte Google auch eine neue Version des Android-Betriebssystems. Android 7.1 bietet im Vergleich zur Vorgängerversion zusätzliche Funktionen wie etwa den Splitscreen-Modus, mit dem sich zwei Apps aktivieren und nutzen lassen. Der wesentliche Unterschied zum Vorgänger sind jedoch spezielle Zusatzfunktionen, die ausschließlich den Google-Modellen Pixel und Pixel XL zur Verfügung stehen.

Google Assistant – sehr smart und viel KI

Das wichtigste dieser Exklusiv-Feature ist das mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Assistenzsystem Google Assistant. Der sprachgesteuerte digitale Assistent übernimmt die Funktion als Helfer im Alltag. Er bestellt Taxis, notiert Nachrichten, spielt Musik oder schaut bei Wikipedia im Internet nach, um Fragen zu beantworten. Alles per Sprachbefehl.

Der digitale Google-Helfer besitzt eine weiterentwickelte künstliche Intelligenz, die viel besser als die Vorgänger erkennt, was der Nutzer mit seiner Ansage wirklich will. Außerdem soll der Google-Helfer mit zunehmen Wissen über seinen Anwender immer bessere Ergebnisse liefern.

Google Home – die Pixel-Ergänzung für den Haushalt

Google wertet aber nicht nur die Pixel-Phones mit dem smarten Assistenten auf, er ist auch das Kernfeature des neuen smarten Lautsprechers Google Home. Das Steuergerät mit WLAN-Anschluss und Sprachsteuerung übernimmt zahlreiche Assistenzfunktionen im Hausbereich und nutzt dabei Internet-Dienste. Zudem steuert er Smart-Home-Geräte.

Ganz neu sind smarte Lautsprecher natürlich nicht. Amazon hat seit Monaten mit dem Amazon Echo (Start: Juni 2015) und dem Amazon Echo Dot (Start: März 2016) zwei Steuerzentralen im Programm. Google zieht im November mit Google Home nach (gilt für USA), nach Deutschland kommt die Lösung im Frühjahr 2017.

Die Marktforscher von Gartner sehen übrigens in den smarten Lautsprechern einen Milliarden-Markt der Zukunft. Im Jahr 2020 soll der Umsatz bei 2,1 Milliarden US-Dollar liegen. 2015 waren es lediglich 360 Millionen US-Dollar.

Google Daydream View – die Pixel-Erweiterung in die virtuelle Realität

Die VR-Brille Google Daydream View macht die Pixel-Phones fit für Virtual-Reality-Anwendungen. Im Vergleich zur bisherigen VR-Lösung von Google aus Nexus 5X und der Kartonbrille Cardboard ist es ein gewaltiger Schritt in Sachen VR-Bildqualität.

Zusammen mit den Pixel-Phones hat die 69 Euro teure Brille genug Potential um das VR-Konkurrenzmodell von Samsung (Gear VR) herauszufordern. Wenn sie Mitte November verfügbar ist, will Google 40 Android-Apps für VR-Anwendungen anbieten, um der Daydream View und dem Pixel-Phone virtuelle Welten zu erschließen.

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