Business-Phone-Hersteller Blackberry wird keine Smartphones mehr herstellen. Die Kanadier überlassen die Entwicklung und Produktion von Blackberry-Phones künftig anderen Herstellern und konzentrieren sich stattdessen auf Smartphone-Software und Dienstleistungen für Unternehmen.

Blackberry: Vom Big-Player zum No-Name

Damit geht eine Ära zu Ende. Nur zur Erinnerung: 2009 hielt Blackberry einem Marktanteil von 20 Prozent bei Mobiltelefonen – das Unternehmen war einer der Big-Player der Branche. Heute liegt der Blackberry-Anteil bei etwa 0,1 Prozent.

Vermutlich geht damit auch die Ära der Smartphones mit Hardware-Buchstabentastaturen zu Ende, die Blackberry seit vielen Jahren gepflegt hatte und längst zu einem Markenzeichen des Unternehmens geworden ist. Eine kleine Hoffnung bleibt jedoch. Blackberry-CEO John Chen deutete bereits an, anderen Unternehmen Lizenzen für die Blackberry-Tastatur anbieten zu wollen.

Neue Strategie wurde bereits eingeschlagen

Der jetzt verkündete Strategiewechsel setzt eigentlich nur etwas fort, was Blackberry vor einiger Zeit eingeleitet hatte – mit dem Abschied vom Betriebssystem Blackberry OS und dem Abschied von eigenen Smartphones.

Das im Juli 2016 vorgestellte DTEK50 war das erste Blackberry-Modell, bei dem die Kanadier auf Android als Betriebssystem setzten und TCL komplett die Entwicklung und Produktion der Hardware überlies. Dieses Phone war kein echtes Blackberrry-Phone mehr, sondern ein Smartphone, das der chinesische Hersteller TCL auch als Alcatel Idol 4 anbietet. Es unterschied sich vom Original vor allem durch die DETK-App von Blackberry, die diverse Datenschutz-Funktionen enthält.

Neues Blackberry-Phone ebenfalls von TCL

Am 11. Oktober wird Blackberry ein neues Modell vorstellen, das auf dem gleichen Prinzip basiert. Das DTEK60 ist besser ausgestattet als das DTEK50. Es wurde ebenfalls von TCL entwickelt und hergestellt und auch hier wird der Hersteller ein (von der Hardware) identisches Modell gleichzeitig unter dem Markennamen Alcatel verkaufen.

Ist das der Weg aus der Dauerkrise?

Hintergrund und Anlass des jetzt vollzogenen Strategiewechsels sind die seit vielen Monaten chronisch schwachen Unternehmenszahlen. Das abgelaufene 2. Quartal 2016 fiel  besonders schwach aus. Bei einem Umsatz von 334 Millionen US-Dollar meldete Blackberry einen Verlust bei 372 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 51 Millionen US-Dollar.

Ob die neue Strategie Blackberry wirklich aus seiner Dauerkrise hilft, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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