Jetzt hat es Apple erwischt. Der Smartphone-Hersteller ist also betroffen, der sich gerne selbst mit seinen hohen Sicherheitsstandards lobt. Die Spionagesoftware Pegasus hat das bislang als sicher geltende iOS-Betriebssystem für iPhones und iPads locker und komplett ausgehebelt und Angreifern einen umfassenden Zugang auf Daten in allen mobilen Apple-Geräten geöffnet.

Dabei nutzt Pegasus gleich drei bislang unbekannte Sicherheitslücken: eine Zero-Date-Lücke im Safari-Browser plus zwei Zero-Daten-Lücken im Apple-Betriebssystem iOS.

Pegasus spioniert iPhones komplett aus

Pegasus verschaffte sich so einen umfassenden Zugriff auf Nachrichten, E-Mails und Anrufe. Außerdem griff es Passwörter ab, erlaubte Tonaufnahmen und verfolgte den Aufenthaltsort des iPhone/iPad-Nutzers. Mehr Überwachung ist kaum möglich.

Entdeckt wurde Pegasus von der IT-Sicherheitsfirma Lookout, die die Spionagesoftware auf dem iPhone eines arabischen Menschenrechtlers fanden. Das iPhone eines mexikanischen Journalisten und die iPhones von mehreren Personen in Kenia waren ebenfalls mit der Spionagesoftware verseucht. Das Programm ist also schon seit einiger Zeit im aktiven Spionageeinsatz.

Pegasus ist seit zwei Jahren aktiv

Nach Einschätzung von Lookout ist Pegasus die bislang raffinierteste Spionagesoftware, die auf mobilen Endgeräten gefunden wurde. Über zwei Jahre lang soll das Spionageprogramm bereits aktiv sein, ohne dass es entdeckt wurde.

Das wirft gleich die Frage auf, wer steckt dahinter? Vermutet wird, dass es Geheimdienste sind, da nur sie die notwendigen (finanziellen) Mittel haben. Als Macher der Software wird die israelische Firma NSO Group vermutet, die sich dazu aber nicht konkret äußert. NSO verweist lediglich darauf, dass sie ihre Software ausschließlich an Regierungsbehörden verkaufen. Nachrichtendienste gehören bekannterweise auch dazu.

 iOS-Update auf 9.3.5  ist Pflicht

Apple hat inzwischen ein iOS-Update (Version iOS 9.3.5) bereitgestellt, das die Lücken schließt, die Pegasus bislang genutzt hat. Dieses iOS-Update sollte sich jeder iPhone-Besitzer gönnen – und zwar möglichst sofort.

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