Obwohl die Player der Mobilfunkbranche ihre Quartalszahlen offengelegt haben, blieben die Verkaufszahlen für Hightech-Uhren wie Apple Watch, Samsung Gear, Motorola Moto 360 und Co weiterhin im Dunkeln. Etwas Licht bringen in dieser Woche die Schätzungen der Marktforscher von Strategy Analytics. Für das 3. Quartal 2015 meldeten sie 6,1 Millionen weltweit verkaufte Smartwatches. Das sind sechs Mal so viel wie gleichem Quartal 2014. Die Nachfrage nach smarten Hightech-Armbanduhren wächst also weiter und das sehr kräftig.

Apple Watch ist die Nummer 1

Top-Anbieter bei dieser Kategorie von Wearables ist Apple. Die Kalifornier haben seit dem Start ihrer (ersten) Apple Watch-Kollektion Ende April 2015 einen bis dahin dümpelnden Markt belebt und die Minicomputer im Armbanduhren-Format zum smarten Livestyle-Produkt gemacht. Apple verkaufte zwischen Juli und September 2015 insgesamt 4,5 Millionen Stück und dominiert diesen Markt. Der aktuelle Marktanteil der Apple Watch liegt bei 72,8 Prozent. Die Verkaufszahlen von Apple steigen – um 12,5 Prozent gegenüber dem davorliegenden Quartal, in dem Apple 4,0 Millionen Stück weltweit verkaufte.

Samsung – mit Abstand die Nummer 2

Samsung ist die aktuelle Nummer 2 auf dem Markt. Die Koreaner sind mit ihren Smartwatch-Modellen zwar schon deutlich länger als Apple auf dem Markt. Richtig viele davon haben sie bislang eigentlich nie absetzen können. Im 3. Quartal gab es einen kleine Schub: 600 000 Samsung Gear-Modelle verkaufte Samsung, ein Zuwachs von 50 Prozent gegenüber dem Ergebnis des 2. Quartals. In Marktanteilen ausgedrückt: Samsung kommt trotz kräftigem Zuwachs auf 9,8 Prozent.
Die restlichen 16 Prozent vom Markt teilen sich Asus, Huawei, Motorola, LG, Pebble, Sony und Co. Insgesamt brachten sie innerhalb von drei Monaten gerade mal eine Million Wearables an ihre Kunden auf der ganzen Welt.

Wie geht’s in den nächsten Monaten weiter?

Angesichts dieser Zahlen bleibt die Frage: Kann der Smartphone-Markt in diesem Jahr überhaupt die hochgesteckten Erwartungen erfüllen? Vermutlich werden im letzten Quartal des Jahres 2015 die Smartwatch-Verkaufszahlen weiter steigen. Apple wird im Weihnachtsgeschäft mehr Hightech-Symbole fürs Handgelenk verkaufen als im 3. Quartal. Vermutlich wird Samsung bei seinen Verkaufszahlen sogar noch deutlicher zulegen als Apple.

Samsung Gear 2 bringt Bewegung in den Markt

Im dritten Quartal deutete sich diese Entwicklung bereits an. Anfang Oktober begannen die Koreaner mit der weltweiten Vermarktung ihrer ersten runden Smartwatch. Die Modelle Gear S2 und Gear S2 classic scheinen nicht nur technikaffine Tester zu begeistern, sondern auch zahlende Käufer. Allein in China verkaufte Samsung beispielsweise beim Verkaufsstart innerhalb von acht Stunden 180 000 Gear 2.
Inzwischen halten viele Markforscher die Gear S2 und die Gear S2 classic für die ersten echten Herausforderer der Apple Watch. Mit ihrem runden Display ähnelt sie einer klassischen Armbanduhr. Die Modelle sehen am Handgelenk schick aus. Mit dem drehbaren Ring um das Display herum bieten sie ein Feature, das optisch gefällt und praktisch zu bedienen ist. Zudem ist ihr Preis – anders als bei den Apple-Uhren – noch erschwinglich. Selbst das teuerste Gear S2-Modell kostet nicht so viel wie die günstigste Apple Watch.

Smartwatch-Prognosen für 2015 werden verfehlt

Auch wenn das Jahr noch nicht zu Ende ist – eines ist bereits absehbar: Die Smartwatches kommen im Jahr 2015 bei den Käufern nicht so gut an wie erwartet. Noch vor einigen Monaten prognostizierten Marktforscher von Credit Suisse, Morgan Stanley, IHS Displaysearch oder IDC für 2015 Verkaufszahlen zwischen 30 und 35 Millionen. Nach diesen Berichten sollte Apple 15 bis 17 Millionen Apple Watch in diesem Jahr verkaufen. Ein Ziel, das heute ziemlich unrealistisch klingt.

Bis Ende September brachte Apple lediglich 8,5 Millionen Apple Watches an seine Kunden. HInzu kommt, dass auch die Apple-Konkurrenten weit hinter den optimistischen Prognosen der Branchenkenner zurückliegen. Nicht einmal Top-Verkaufszahlen bei der Samsung Gear S2 / S2 classic und bei der Apple Watch können an diesem ernüchternden Branchentrend noch etwas ändern.

Quelle: Korea Herald