Der Smartphone-Markt wächst weiter – wie IDC in seiner neuen Ausgabe des Worldwide Quartely Mobile Phone Tracker berichtet. Weltweit wurden im dritten Quartal 2015 über 355,2 Millionen Smartphones verkauft, das sind 6,8 Prozent mehr als im gleichen Quartal ein Jahr zuvor. Trotz Wachstum verraten die Quartalsergebnis auch, dass es zurzeit nicht ganz so gut läuft wie erwartet.

Die Verkaufszahlen im jüngsten Quartal blieben unter den Prognosen der IDC-Marktforscher, die 363,8 Millionen erwartet hatten. Zwei Ursachen nennt IDC: Apple konnte nicht so viel iPhones verkaufen wie erwartet und die Verkaufszahlen bei den Android-Topmodelle erreichten nicht das erwartete Level. Die Hersteller hatten mit zu hohen Preisen einen Teil ihrer Kunden abgeschreckt. Vor allem bei Smartphones die mehr als 500 US-Dollar kosten sind die Kunden auf Märkten mit hoher Sättigung inzwischen zurückhaltender beim Kauf als erwartet.

Samsung  vor Apple vor Huawei

Was das Ranking unter den Top-Playern betrifft, veränderte sich erwartungsgemäß nichts. Samsung ist weiterhin Nummer 1, Apple die Nummer 2 und Huawei die Nummer 3. Samsung verkaufte innerhalb von drei Monaten 84,5 Millionen Smartphones. Apple kam auf 48,0 Millionen und Huawei auf 26,5 Millionen. Lenovo und Xiaomi folgen mit etwas mehr als 18 Millionen verkauften Smartphones auf Platz 4 und 5.

Huawei hat das stärkste Wachstumsplus

Die drei Big-Player legten alle im Vergleich zum Vorjahr zu. Samsungs Wachstum lag auf Höhe des Branchenwachstums. Apple wuchs deutlich stärker als der Branchentrend. Doch der eigentliche Gewinner im Smartphone-Business ist Huawei. Das chinesische Unternehmen steigerte seine Verkaufszahlen gegenüber dem Quartalsergebnis des Vorjahres um 61 Prozent.

Samung profitiert vom Galaxy S6+ und Note 5

Die überraschend guten Verkaufszahlen von Samsung führt IDC auf den vorgezogenen Start der beiden Premium-Modelle Galaxy S6 Edge+ und Galaxy Note 5 zurück. Samsung stellte die beiden Modelle früher vor als üblich, sie gaben den Samsung-Verkaufszahlen im September einen zusätzlichen Push. Außerdem verkauften die Koreaner in diesem Quartal recht erfolgreich Mittelklasse-Modelle der „Unter-200-Dollar-Kategorie“ wie etwa das Galaxy Core, Galaxy Grand Prime und Modelle der Galaxy J-Serie.

iPhone 6s und 6s Plus bringt Wachstumsschub

Apple profitierte traditionsgemäß von dem im September eingeführten iPhone-Neuheiten. Allein am Start-Wochenende verkaufte Apple 13 Millionen iPhone 6s und iPhone 6s Plus. Ein Jahr zuvor setzte Apple vom Vorgängermodellen im gleichen Zeitraum „nur“ 10 Millionen Stücke ab. Das Geschäft mit den neuen iPhones lief vor allem auf den Schlüsselmärkten USA und China sehr gut.

Hinzu kamen gute Verkaufszahlen bei den älteren iPhone-Modellen, die durch Preissenkungen erneut Auftrieb erhielten. IDC hält auch das Upgrade-Programm von Apple für einen vielversprechenden Motor, um die Nachfrage nach iPhones in Märkten mit hoher Sättigung permanent hoch zu halten.

Huawei stark in China und Europa

Huawei verzeichnet die größten Zuwächse im Smartphone-Markt, was IDC vor allem auf die Erfolge im mittleren und gehobenen Preissegment zurückführt. Ein Drittel der verkauften Huawei-Smartphones sind diesem Segment zuzurechnen, in dem Huawei mit Modellen wie dem Honor 6 Plus und dem Ascend P8 attraktive Smartphones anbietet.

Gut laufen Huawei-Phones vor allem in China und in Europa. In den USA ist Huawei hingegen weiterhin schwach. Möglicherweise tut sich da was in den nächsten Monaten. Huawei produziert das neue Google Phablet Nexus 6P, was das Auftreten Huaweis auf dem US-Markt in Zukunft möglicherweise erleichtern wird.

Quelle: IDC

IDC Mobile Phone Tracker