Die KW 37 gehörte Apple. Die Kalifornier konzentrierten in diesem Jahr ihren Launch-Event für iPhones mit dem Launch-Event für iPads, ergänzten die Veranstaltung mit kleinen Neuigkeiten zur Apple Watch und mit etwas größeren zum Apple TV. Heraus kam ein Medien-Event, das 2,5 Stunden dauerte.

Das war auch gut so. So konnte Apple mit seiner Neuheiten-Show 2015 beeindrucken, was mit den einzelnen Neuheiten kaum gelungen wäre. Was gab’s Neues? Das kleine iPad mini 4 wurde auf der Niveau des iPad Air 2 von 2014 angehoben. Das große iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display nach sehr langer Entwicklungszeit endlich vorgestellt. Selbst die neuen iPhones – seit vielen Jahren die Gewinnmaschine im Apple-Sortiment – brachten nur Verbesserungen, über die bereits seit Monaten spekuliert wurde.

Rose-Gold bringt Frische ins iPhone-Programm

Äußerlich gleichen das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus von 2015 den Vorgängern 6 und 6 Plus aus dem Jahr 2014. Lediglich der neue Farbton Rose-Gold bringt etwas Frische in die iPhone-Welt. Unter dem Gehäuse gab’s einige Refresh-Aktionen: ein schnellerer Prozessor, mehr Arbeitsspeicher, verbesserte Kameras vorne und hinten – die üblichen Jahres-Anpassungen an das Technikniveau der Konkurrenz.

3D-Touch-Display ist die einzige Innovation

Einzige das Force-Touch-Display liefert ein Hauch von Innovation. Die Displaytechnik die Apple 3D Touch nennt, erfasst die Stärke beim Druck auf das Display, was zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten eröffnet. Zwar sind die Bedienvorteile zurzeit überschaubar, die Touchtechnik eröffnet jedoch Optionen für die Zukunft.

Apple ist und war jedoch nicht der einzige Smartphone-Hersteller, der an Force-Touch-Displays arbeitet. Der erste Hersteller mit einem Force-Touch-Smartphone ist Apple auch nicht. Huawei war schneller. Eine Woche vor den Kaliforniern präsentierten die Chinesen das Mate S Luxus Edition in Berlin, ein Android-Smartphone mit einen 5,5-Zoll-Display mit Force-Touch-Technik.

Apple rüstet sich für Rekord-Verkaufszahlen

Innovationen sind schon lange nicht mehr das „Big Thing“ bei den iPhones. Die Vermarktung steht weitaus mehr im Vordergrund. Ob Apple die 2015er-Modelle gut genug für einen Bestseller-Kurs gerüstet hat, ist die entscheidende Frage. Seine Ziele hat das Unternehmen sehr hoch gesteckt. Über 80 Millionen iPhones soll das Unternehmen bei seinen Zulieferern für 2015 bestellt haben. Außerdem soll die Produktion früher angelaufen sein, um beim Marktstart mehr iPhones liefern zu können. Verkauft Apple 80 Millionen iPhones 6s/ 6s Plus – dann wäre dies ein neuer Rekord – der aktuelle Rekord für das Startquartal stellte Apple im letzten Jahr mit 74,5 Millionen Stück auf.

Der Erfolg auf dem chinesischen Markt entscheidet

Ob die Apple-Fans in diesem Umfang ihr aktuelles iPhone durch ein iPhone 6s oder iPhones 6s Plus ersetzen, ist eine andere Frage. Außerdem ist Apples-Wachstumsmarkt China angesichts seiner Wirtschaftskrise zu einem Unsicherheitsfaktor geworden. Ganz einfach wird es nicht. Einige Analysten sind skeptisch, ob Apple mit den beiden neuen Modellen wirklich die alten Rekordzahlen toppen kann.

Falls es gelingt, würden sie etwas erreichen, wovon Samsung, LG, HTC und Co träumen. Das Flaggschiff-Modell von 2015 auch zum Topseller zu machen. Die Verkaufszahlen beim Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge, beim LG G4 oder beim HTC One M9 blieben deutlich hinter den Erwartungen der Hersteller und den Verkaufszahlen der Vorgängermodelle zurück.