Samsung hat die Preise geschrumpft – bei seinen aktuellen Topmodellen Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge. Vier Monate nach dem Marktstart gibt es das Galaxy S6 jetzt 100 Euro günstiger. Beim Galaxy S6 Edge sinkt der Preis um 150 Euro.

Sinkende Preise einige Monate nach dem Verkaufsstart gehören eigentlich zur Normalität am Handy-Markt. Dennoch überrascht die Preissenkung – in ihrer Höhe und dass Samsung sie quasi offiziell in seinem Onlineshop vornimmt.

Dennoch: Es war eine Preisanpassung mit Ansage. Bei der Vorstellung der schwachen Quartalszahlen (Umsatzrückgang um 8,4 Prozent) vor einigen Tagen deutete das Unternehmen dies an. Den Grund der Aktion lieferte es auch: die Verkaufszahlen der aktuellen S-Modelle sollen dynamischer werden. Die als Hoffnungsträger gepriesenen Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge boten bislang wenig Hoffnungsvolles in Sachen Verkaufszahlen.

Die S6-Modelle sind keine Bestseller

Nachdem bereits der Vorgänger Galaxy S5 hinter den Verkaufserwartungen hinterherhinkte, droht nun dem Nachfolger-Duo ein ähnliches Schicksal. Bislang konnten sie weder Samsung Mobile beim Absatz zurück auf die Erfolgsspur bringen noch den anhaltenden Verkaufserfolg des Erzrivalen Apple brechen.

Das obwohl Samsung beim Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge mit einem sehr ähnlichen Ansatz wie Apple bei den iPhones vorging. Samsung verpasste seinen Topmodellen ein Edelgehäuse aus Metall und Glas. Sie verzichteten auf praktische Optionen wie den wechselbaren Akku und ergänzbare Speicherkarten und setzte stattdessen auf schlanke Formen und schickes Design. Außerdem forderte Samsung für seine neuen Topmodelle unverschämt hohe Preise – für das Galaxy S6 Edge mit 128 GB verlangte Samsung beispielsweise 1049 Euro. Selbst der Markteinstieg im Doppelpack mit zwei Modellen bot Parallelen zum Apple-Marketing. Doch was bei Apple funktioniert, funktioniert noch lange nicht bei seinen Konkurrenten.

Samsung reduziert unverschämt hohe Preise

Das mit den unverschämt hohen Preisen hat Samsung jetzt relativiert. Jetzt liegt das günstigste Galaxy S6 (mit 32 GB) nicht mehr auf dem Preislevels des günstigsten iPhones (mit 16 GB) sondern 100 Euro darunter. Das teuerste S6 Edge-Modell kostet 899 Euro.

Für 699 Euro, die Apple für sein günstigstes iPhone 6 mit 16 GB offiziell verlangt, gibt es von Samsung jetzt das Galaxy S6 Edge mit 32 GB. Dessen UVP-Preis senkte Samsung ja um 150 Euro. Dieser Vergleich ist sicherlich nicht ungewollt. Mit dem gebogenen Dual-Edge-Display ist das Samsung Galaxy S6 Edge im Vergleich zum iPhone 6 nicht nur das innovativere, sondern auch das optisch attraktivere Modell.

Es wird spannend zu sehen, wie gut sich das S6 Edge unter diesen Umständen gegen das iPhone 6s und ab September gegen den Nachfolger iPhone 6 schlägt. Dann startet Apple seine neue iPhone-Generation. Stimmen aktuelle Meldungen, dann rüstet sich Apple bereits für einen Rekordansturm auf das iPhone 6s und iPhone 6s Plus.

Samsungs Augustoffensive hat noch eine zweite Phase

Doch zunächst ist Samsung nochmals am Zug. Am 13. August zünden die Koreaner die zweite Phase ihrer Augustoffensive. Erwartet wird ein Doppelpack bei Edel-Phablets – die gegen das neue Apple Phablet iPhone 6s Plus antreten werden. Das Galaxy S6 Edge Plus und das Galaxy Note 5 stehen vor ihrem Start.

Zeitlich ist Samsung dann dem Erzrivalen Apple wieder einen kleinen Schritt voraus. Ob er reicht, um im Smartphone-Business den Edelrivalen Apple von der Überholspur zu verdrängen, bleibt abzuwarten.