Manche Entwicklungen … scheinen sich fast zu widersprechen. Bei zwei Trendstudien des Branchenverband Bitkom scheint dies auf den ersten Blick der Fall zu sein. Die eine repräsentative Studie ermittelte, dass heute 88 Prozent der Berufstätigen per Handy oder Mail für Vorgesetzte, Kollegen und Kunden auch außerhalb der Geschäftszeiten erreichbar sind. Eine andere Bitkom-Studie ergab, dass Diensthandys sich bis heute noch nicht in Deutschland als Standardausstattung von Berufstätigen durchgesetzt haben.

Im Auftrag des Verbands hatte das Meinungsforschungsinstitut Aris deutschlandweit 515 Berufstätige befragt und herausbekommen, dass gerade mal 8 Prozent der Befragten ein Diensthandy von ihrem Arbeitgeber erhalten. Das gilt gleichermaßen für Frauen und Männer. Weitaus üblicher ist es, dass Berufstätige ihre privaten Handys auch für berufliche Zwecke einsetzen – inzwischen macht dies etwa jeder dritte Berufstätige.

Relativ weit verbreitet sind Diensthandys lediglich bei Außendienstmitarbeitern und Beratern. Zudem besitzen vergleichsweise viele Führungskräfte Dienst-Smartphones, um unterwegs E-Mails abzurufen und mobil ins Internet- und Intranet gehen zu können.

Die andere repräsentative Studie des Verbandes verdeutlicht einen weiteren Business-Trend. Inzwischen sind 88 Prozent der Berufstätigen in Deutschland auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar. Vor zwei Jahren waren es „nur“ 73 Prozent. Bitkom-Präsident  Dieter Kempf kommentiert diese Entwicklung treffend: „Eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben gibt es für die meisten Berufstätigen nicht mehr“.

Die Erreichbarkeit ist bei 29 Prozent der befragten Arbeitnehmer sogar so weit ausgeprägt, dass sie nach eigenen Angaben jederzeit für berufliche Zwecke telefonisch oder per E-Mail erreichbar sind. Das gilt vor allem für Männer. Während 34 Prozent der männlichen Berufstätigen jederzeit erreichbar sind, gilt das nur für 24 Prozent der weiblichen Befragten.

Quelle: http://www.bitkom.org, Pressemitteilungen  vom 3. Juli 2011 und 6. Juli 2011