Screenshot d21initiative

Deutschland bleibt … in Sachen Internet weiterhin gespalten. Zwar wuchs die Zahl der Internetnutzer im letzten Jahr weiter an, dennoch gibt es heute in Deutschland neben 48,3 Millionen Onlinern auch 19 Millionen Personen, die weiterhin ohne Web auskommen, wie die neuste Ausgabe des (N)Onliner-Atlas ermittelte. 72,0 Prozent der Deutschen über 14 Jahren nutzen heute das Internet, der Rest nutzt es jedoch nicht! Übrigens haben 24,2 Prozent der Deutschen kein Interesse, daran unbedingt bald etwas zu ändern.

Der digitale Graben in der deutschen Gesellschaft stellt sich bei genauer Betrachtung der – von der Initiative D21 in Auftrag gegebenen und von TNS-Infratest durchgeführten – Studie als eine Vielzahl von Gräben dar. So bestehen deutliche Unterschiede in Sachen Internet zwischen Männer und Frauen, zwischen einfach und besser Gebildeten, zwischen Bewohnern von Städten und ländlichen Regionen, zwischen Personen in West- und Ostdeutschland ebenso wie zwischen jungen und alten Bundesbürgern. Die Kompetenz das Internet zu nutzen, trennt immer noch viele gesellschaftliche Gruppen in Deutschland voneinander.

Einige Zahlen aus der Anfang 2010 durchgeführten Studie:

Ost-West-Graben: Während in Bremen 80,2 Prozent der über 14-Jährigen im Internet unterwegs sind, sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 62,7 Prozent. Der zwischen Ost und West vorhandene Graben hat sich im letzten Jahr weiter geöffnet, wie der Vergleich mit dem (N)Onliner-Atlas 2009 deutlich macht.

Stadt-Land-Graben: Große Unterschiede gibt es ebenfalls zwischen den Bewohnern in Städten und im ländlichen Bereich: Während in den Ballungsräumen im Durchschnitt rund 74,8 Prozent der Bevölkerung online sind, liegt der Anteil der Webnutzer in Orten mit weniger als 5. 000 Einwohnern nur bei 65,8 Prozent.

Bildungs-Graben: Ein enger Zusammenhang zwischen (hoher) Bildung und der Internetnutzung ist in Deutschland weiterhin weit verbreitet: Lediglich 56,6 Prozent der Deutschen mit Volks- und Hauptschulabschluss sind heute im Web unterwegs. Immerhin 88,8 Prozent der Personen mit Abitur oder Studium nutzen heute das Internet.

Alters-Graben: Das Alter spielt bei der Online-Nutzung der Deutschen weiterhin eine wichtige Rolle. Während der Onliner-Anteil bei den 14 bis 29-Jährigen bei 95,8 Prozent liegt, sinkt dieser Anteil mit zunehmendem Alter. Zwar erreicht der Anteil der Silbersurfer bei Personen zwischen 50 bis 59-Jahren mit 71,8 Prozent fast den Durchschnittswert der Gesamtbevölkerung. Vor allem bei älteren Deutschen sinkt der Onliner-Anteil dramatisch: Bei den 60 bis 69-Jahren sind 54,0 Prozent online, bei den über 70-Jährigen nur noch 23,3 Prozent.

Geschlechter-Graben: Die digitale Spaltung ist auch zwischen den Geschlechtern erkennbar – vor allem bei fortschreitendem Alter. Während bei Schülern kaum Unterschiede bei der Internetnutzung feststellbar sind, öffnet sich der Geschlechter-Graben sehr deutlich bei Personen über 50 Jahre. Dramatisch ist der Unterschied in der Generation 70+: Zwar ist jeder dritte Mann dieser Altersgruppe  im Web, bei Frauen ist es jedoch nur jede Siebte.

Quelle: www.nonliner-atlas.de