Die Idee hört sich schräger an als sie wirklich ist …. nachdem die (kostenlosen) E-Mails in vielen Bereichen den klassischen Brief mit Briefumschlag und Portomarke längst verdrängt haben, will die Post jetzt einen kostenpflichtigen E-Maildienst einführen. Bereits im ersten Halbjahr 2010 soll es bundesweit losgehen. So sehen zumindest die Planungen der Deutschen Post aus, die diesen Online-Dienst zurzeit intensiv testet.

Die Deutsche Post erhofft sich mit den neuen Online-Briefen ein attraktives Neugeschäft, um die einbrechenden Umsätze bei klassischen Briefen aufzufangen. Folglich wird der Onlinedienst etwas kosten. Ob die Post eine monatliche Pauschale oder Porto pro Mail fordern will, ist ebenso unklar, wie die exakte Höhe. Möglicherweise weniger als 10 Cent pro Online-Brief, heißt es.

Nicht nur aus Kostengründen sind Online-Briefe für den E-Mailverkehr unter Privatpersonen keine Alternative. Der Online-Brief spricht vor allem Unternehmen und Behörden an, da er den sicheren Versand von Behördenpost, Rechnungen oder Krankenkassenabrechnungen erlaubt. Das Besondere an diesem Maildienst ist es, dass er nachweisbar und sicher zugestellt werden kann. Das erfordert zwar bestimmte Vorleistungen bei den Teilnehmern: Wer beim Online-Brief mitmachen will, muss sich beispielsweise zuerst bei der Post registrieren lassen, um einen elektronischen Briefkasten zu erhalten. Aber falls ein elektronische Brief verschickt wird, wird jedem Brief ein konkreter Code zugewiesen, der den Weg der Mail vom Absender zum Empfänger dokumentiert.

Mit der Idee einen sicheren E-Mail-Brief zu entwickeln, ist die Post jedoch nicht alleine. Bereits seit einigen Monaten entwickelt das Innenministerium gemeinsam mit der Deutschen Telekom ein ähnliches Projekt. Das De-Mail genannte Projekt ist ebenfalls in der Testphase. Die Bundesregierung setzt mit diesem Projekt eine EU-Richtlinie um, die alle Behörden auffordert, in Zukunft elektronische Kommunikation zu akzeptieren.

Doch zunächst versuchen beide Web-Brief-Projekte ihre konkurrierenden Lösungen mit Hochdruck voranzutreiben. Mal sehen, ob diese Konkurrenz die nicht ganz einfache Einführung von E-Mail-Briefen wirklich belebt …